»Thinking is digesting«
Ludwig Wittgenstein, Brief an Norman Malcolm, 26.6.1945.


Geist braucht Verdauung, metaphorisch und konkret. Seitdem Pythagoras den Verzehr von Bohnen untersagte, sind Fragen zur Verdauung ein grundlegendes Thema der abendländischen Philosophie. »Der mit Nahrung gefüllte bzw. sich füllende Magen – die wohl alltäglichste Art, Lust zu gewinnen – erscheint als Urbild von Lust überhaupt, ja eines im Sinne der Erfüllung sich vollendenden Lebens.«(1) Für die Behandlung von Fragen zum Essen und zur Speise ist der Bauch von entscheidender Bedeutung, gerade für philosophische Beiträge zur Gastrosophie.


Vom Geist des Bauches: Für eine Philosophie der Verdauung (Bielefeld, transcript, 2015) stellt prominente Postionen zu philosophischen Umgang mit Verdauung vor, von Pythgagoras, Hippocratis, über Platon, Diogenes, Aristoteles, Epikur, Cicero, Philon, Seneca, Plutarch, Jesus, Paulus, Galen, Athenagoras, Clemens, Tertullian, Hieronymus, Chrysostomos, Augustinus, Cassian, Avicenna, Aquin, Montaigne, Helmont, Descartes, Kant, Sade, Lichtenberg, Brillat-Saverin, Fourier, Rumohr, Vaerst, Hegel, Schopenhauer, Fechner, Feuerbach, Nietzsche, Freud, Groddeck, Mayr, Horney, Perls, Winnicott, Husserl, Bachelard, Wittgenstein, Heidegger, Anders, Sartre, Merleau-Ponty, Levinas, Derrida, Searle bis hin zu Shusterman.


(1) Gerhard J.Baudy, »Metaphorik der Erfüllung: Nahrung als Hintergrundsmodell in der griechischen Ethik bis Epikur«, in: Archiv für Begriffsgeschichte, Hamburg, Meiner, 1981, S. 8.
Arnulf Rainer, Übermalter Bauchraum,
courtesy Michaela Kamler.